03.03.2010
Königskrug 2010 – Am Ende des Schnees
| Seit vielen Wochen war das Land unter tiefem Schnee begraben – eine rote Kunststoffbahn auf dem Rüninger Sportplatz unter der weißen Masse ließ sich nur noch erahnen. Da stand eigentlich fest: In Königskrug würden sicher hervorragende Schnee- und damit Wintersportbedingungen herrschen. Dann setzte das Tauwetter ein – ein bemerkenswerter Teil der dicken Schneedecke im Harz verschwand in wenigen Tagen. Und trotzdem: Gute Wintersportbedingungen! Denn wenn von mehreren Metern Schnee die Hälfte wegtaut, dann bleibt die andere Hälfte der mehreren Meter ja weiterhin liegen. Viele Langläufer waren also unterwegs – nur wir gehörten nicht dazu, weil man uns die Skier nicht ausleihen wollte. Zu vereist seien die Loipen, zu gefährlich sei das Skifahren. Also halten wir zunächst einmal fest: Der (West?)-Harz ist immer wieder für Überraschungen gut. Daraus lernen wir fürs nächste Jahr. |
Nun aber zum schönen Teil: Wir fuhren mit 18 Leichtathleten in den Harz. Absolute Rekordbeteilung auf Seiten der Jungs übrigens: Gleich 6 fanden den Weg in die Trainingsfreizeit, das gabs bei uns noch nie! Nach der Ankunft am Freitag waren die Zimmer schnell bezogen und nach dem Abendessen betätigten wir Leichtathleten uns in vier Mannschaften als Tischtennis- und (Tisch)Fußballspieler. Das Ergebnis dieser kleinen Expedition: Die meisten von uns sind in der Leichtathletik sehr gut aufgehoben
Dann sollte doch ein kleines Quiz zu diesem Thema schnell gelöst sein! Oder?
Nun ja, hier ein kleiner Auszug aus den diesjährigen Fragen zur Leichtathletik. Hättest Du es gewusst?
Schon zu den Anfängen der Leichtathletik (ewig her!) sollten Fehlstarts vermieden werden. Heute fliegt man als C- und B-Schüler beim zweiten Fehlstart einfach raus. Wie was das ganz früher?
a) Kampfrichter haben die Sprinter bis zum Startschuss festgehalten
b) Wie bei Pferderennen gab es eine Barriere, die umgelegt wurde
c) Fehlstarter wurden mit Stockhieben bestraft
Was haben Sprinter am Start gemacht, bevor offiziell Startblöcke eingeführt wurden?
a) Sie sind aus dem Stand gestartet
b) Sie sind aus dem Dreipunkt-Start gestartet
c) Sie haben sich mit einer kleinen Schaufel Startlöcher in die Aschenbahn gegraben.
Für die richtige Antwort ist wie gewohnt viel Platz in den Kommentaren zu diesem Artikel! Übrigens: Die beste Mannschaft erreichten 8 von 10 Punkten
Den Freitagabend ließen wir nach dem Quiz noch ausklingen und dann ging es auf die Zimmer – um langsam aber sicher ins Reich der Träume zu fliegen. Das gelang manchen wie gewohnt besser und schneller, als manch anderen
RIIIIIIIIIING! Guten Morgen! Ich bin der Wecker. Und ich klingele gerade eine Stunde zu früh. Und wecke damit in einer Kettenreaktion die gesamte Trainingsgruppe inkl. Trainer auch eine Stunde zu früh. GRRRRRRRRRR!
Juhu, also auf zum Frühstück. Noch etwas müde wurde diese angenehme Aufgabe dann doch hervorragend gemeistert. Nach einer Verdauungspause folgte nun eine Trainingseinheit. Wir haben dabei gelernt, dass auch völlig fest und stabil wirkende Wege auf dem Schnee auf einmal ungeahnt tiefe Löcher aufweisen können, wenn man auf ihnen läuft. Zum Glück haben die Leichtathleten für Stadien schon vor langer Zeit stabile Rundbahnen erfunden. Nach dem Einlaufen auf dem Schnee wissen wir erst, wie nützlich so eine Rundbahn ist
Außerdem hatte der für eine Schneeballschlacht leider doch zu harte Schnee beim Training einen Vorteil: Wir konnten Ballwerfen, ohne einen einzigen Ball wiederholen zu müssen, außerdem hatten wir eine unerschöpfliche Menge an Bällen zur Verfügung. Vom ersten dieser Vorteile träumt im “normalen” Training wohl jeder Athlet (insbesondere die starken Werfer) und vom zweiten Vorteil träumen dann die Trainer, die sonst regelmäßig neue Bälle beschaffen müssen, weil solche Dinger ja gerne innerhalb weniger Sekunden spurlos verschwinden.
Nach der Trainingseinheit waren die künstlerischen Fähigkeiten der Athleten gefragt. Vier Gruppen hatten jeweils eine Tischtennisplatte voller Schnee zur Verfügung und formten daraus eine Skulptur. Da dabei besonders unterschiedliche und daher kaum vergleichbare Werke entstanden, verzichten wir an dieser Stelle auf die Abstimmung über die schönste Skulptur. Aber hier sind die vier Kreationen.
Wer errät, was auf den Bildern dargestellt wird und für welches Wunderwerk die Trainer verantwortlich sind? In den Kommentaren ist Platz für viele Spekulationen. Während dieses Miniwettbewerbs haben wir übrigens etwa 5 Athleten aus dem Schnee befreit, die urplötzlich so tief einsanken, dass sie sich aus eigener Kraft nicht mehr vom Schnee befreien konnten. Manchmal blieb bei den Befreiungsaktionen auch ein Schuh oder Stiefel in den Schneemassen verschwunden – aber am Ende konnten alle Athleten inklusive Bekleidung aus der weißen Hölle herausgezogen werden. Man erkennt es daran, dass wir mit genau so vielen Athleten nach Braunschweig zurückgekehrt sind, wie wir auch am Freitag losgefahren sind.
Nach dem Mittagessen ging es mit Schlitten auf die Strecke. Merke: Lenken kann ungewohnt schwer sein, wenn aus Schnee zu Beginn der Piste plötzlich Eis am Ende der Piste wird. Ebenfalls ungünstig kann es sich auswirken, wenn man aus voller Geschwindigkeit auf einen nicht vereisten Abschnitt fährt. Aber gerade so etwas macht ja den Reiz beim Schlittenfahren aus, oder? Einige Athleten ließen ungeahnte Fähigkeiten als Zweier-Bobfahrer durchscheinen und hätten es vielleicht auch vergangene Woche bei Olympia probieren sollen. Kein Wunder, dass sich dort unter den Bob-Anschiebern immer wieder Leichtathleten finden!
Wir machen nun einen kleinen Sprung bis nach das Abendessen und stehen plötzlich alle mit wunderbar trockener Kleidung in einem angenehm warmen Gemeinschaftsraum. Für drei Mannschaften standen hier diverse Miniwettbewerbe auf dem Programm.
Das Bild beweist: Man muss kein Redakteur sein, um etwas in die Zeitung zu bringen. Jede Mannschaft verpackte ein Teammitglied in Zeitungspapier und trug die so entstandene Mumie noch durch den Flur bis in den Gemeinschaftsraum. Diverse weitere Wettbewerbe fügten sich zu unserer ganz eigenen Mini-Winterolympiade zusammen – immerhin hatten wir sicher winterlichere Bedingungen als die Sportler in Vancouver. Bei der abschließenden Siegerehrung gabs Gold-, Silber- und Bronzemedaillen für alle Teilnehmer.
Eins klappte wie gewohnt am Samstagabend deutlich schneller als am Abend zuvor: Das Einschlafen. Eins dauerte am Sonntagmorgen wie gewohnt deutlich länger, als am Morgen zuvor: Das Aufwachen. Von Königskrug aus ging es am Sonntag zum Abschluss ins Schwimmbad Braunlage. Dort war von einfachem Entspannen bis hin zu Schwimmwettbewerben oder Fangenspiel (übrigens: wenn der Fänger immer weiter Fangen muss, auch wenn er jemanden gefangen hat, dann ist es ein komisches Spiel!
) je nach Lust und Laune einiges möglich. Von Braunlage traten wir die Heimreise an. Vielen Dank an dieser Stelle an die vielen Eltern, die uns ihre Unterstützung beim Fahren angeboten haben!








